Zur Geschichte der
„Siedlung Sternwarte“


Unter der Sternwartensiedlung befindet sich ein Bunkersystem, das von dem damaligen Einstieg an der „Himmelsleiter“ bis hin zur Caprivistrasse reichte. Im Tagebuch des Alarmpostens Detlef Boelck von 1939-1945 wird ein Teil des Bunkersystem als „Moltke-Stollen“ erwähnt :

„03. April 1945 – Heute hatten wir bei schönem Wetter einen schweren Angriff zu bestehen. Zuerst kamen einige feindliche Flugzeuge und umkreisten die Stadt, dann folgten mehrere Wellen feindlicher Bomber und warfen unablässig Luftminen, Spreng- und Brandbomben. (...)

Ein ganz besonderes Unglück hatten wir noch bei diesem Angriff. Eine Sprengbombe verschüttete den Eingang des „Moltke-Stollens“ In dem Stollen waren mehrere Öfen geheizt. Durch den Luftdruck und den verschütteten Eingang fanden ca. 230 Menschen den Tod durch Kohleoxydgase“. Dies war einer der größten Verluste an Menschenleben in Kiel bei einem Fliegerangriff im Zweiten Weltkrieg.

Das „Bauvorhaben Sternwarte “ finden wir im Stadtarchiv Kiel mit dem Datum vom 21. Januar 1950 belegt. Sie entstand aus einer Übereinstimmung: „die Stadt Kiel, die Wohnungsbaugesellschaft Schleswig-Holstein G.m.b.H. Kiel, das Landesneu-
bauamt, die Heimstätte Schleswig-Holstein und die mit der Planung beauftragten Architekten und Tief-

 

bauingenieure“ waren vertreten. „Herr Architekt Brockstedt hat (...) den Lageplan überholt und ein Modell angefertigt“. (Bericht von der Heimstätte Schleswig-Holstein vom 21.01.1950)

 

Das Stadtplanungsamt schreibt am 19. März 1951 über die „Sternwartesiedlung“:
„Die Stadtführung hat sich (...) gleichwohl entschlossen, dem Projekt der Bebauung des Sternwartegeländes zuzustimmen, da dieses Bauvorhaben, das vor 2 Jahren von der Landesregierung eingeleitet und inzwischen durchgeführt wurde, als ganzes, also als technisch-wirtschaftliche Einheit gesehen, der Erprobung nicht nur neuer Bauverfahren und Grundrisstypen, sondern auch neuer Erschließungsformen dienen sollte. Es lag also nicht nur im Interesse der Belebung der Bauwirtschaft, sondern auch im allgemeinen Interesse des Wiederaufbaues“.

Das Bauverwaltungsamt berichtet im März 1951:
„Stadtrat Hartmann äußerte (...), dass er die von Architekt Brockstedt in der Siedlung Sternwarte geschaffenen Bauten für sehr geschmackvoll und gut halte.“
 

Die im Frühjahr 1952 fertig gestellte Siedlung Moltkestrasse stellt ein Symbol des Neuanfangs und Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg dar.

 

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