Der Fall Moltkestrasse

 

Eine Chronologie

 

13.07.2006

Schreiben der WOBAU, Wohnungsverwaltung, der LEG, an die Mieter der Siedlung Moltkestrasse 50-66b:

Die Wohnungen seien zum 01.07.2006 an die Frank Heimbau Nord GmbH verkauft worden. Die Verwalterin ist die Frank Heimbau Kiel GmbH, Schwedendamm 16, 24143 Kiel.

„Ihre Mietrechte werden durch den Verkauf nicht berührt. (...) Wir freuen uns, wenn Sie Ihrer neuen Vermieterin das gleiche Vertrauen entgegenbringen würden, das uns so viele Jahre miteinander verbunden hat.“

 

25.09.2006

Schreiben der Frank Heimbau Nord GmbH an die Mieter:

Ein Abriss der Wohnanlage sei zum April 2008 geplant. Mit Hilfe des Herrn Newiger (Firma Plus Immobilien GmbH) könne man „neuen Wohnraum“ suchen.

 

Dieses Schreiben kam für die Mieter völlig überraschend. Ihnen war zwar nicht entgangen, dass Fachleute die Anlage besichtigt hatten und dass seit zwei Jahren neue Mietverträge meist nur befristet wurden.

Sie erwarteten aber, dass die Wohnanlage bald saniert oder den Mietern zum Kauf angeboten wird.

Vor über einem Jahrzehnt war es so nach und nach mit der oberen Sternwartensiedlung geschehen.

Seit jeher war diese Vorgehensweise bewährte Tradition der LEG, jetzt DEAG!

 

Warum wurde diesmal von dieser sozial einiger-
maßen verträglichen Tradition abgewichen?

 

27.09.2006

Schreiben des Herrn Newiger, Geschäftsführer der PLUS Immobilien GmbH, an die Mieter: er sei beauftragt, die Wohnungen zu besichtigen.

 

Nur unter vier Augen werden dabei  mündlich „Vorschläge“ zum Auszug unterbreitet. Einige Mieter lassen sich verunsichern und geben auf,

 

nehmen den vermeintlich günstigen Vorschlag an und ziehen aus. Der Umzug wird in der Regel bezahlt, d. h. hierfür bereitgestellte Hilfsarbeiter helfen beim Umzug, dazu gibt es noch eine kleine Abfindung in Höhe von z. Bsp. 2000 € und mehr, je nach Verhandlungsgeschick und Nerven, wenn man in die firmeneigenen Wohnblocks in der Mercatorstrasse zieht.

 

29.09.2006

Informationsveranstaltung des Kieler Mieterver-
eins e.V.

Herr Schauenburg, Geschäftsführer der Frank Heimbau, wurde eingeladen, konnte aber nicht teilnehmen.

Die Mieter erfuhren, Abriss ist kein Kündigungsgrund, mit einer Kündigung sei deshalb auch nicht zu rechnen.

 

30.09.2006

Die Kieler Nachrichten berichten: „Gegen Abriss formiert sich Widerstand”.

 

09.10.2006

Schreiben des Herrn Kiersch, Kieler Mieterverein e.V., an Herrn Todeskino, Stadtrat für Stadtentwick-
lung und Umwelt:

 

„Die Gebäude stammen aus den 50er Jahren, befinden sich – bis auf einen leichten Sanierungsstau – in einem ordentlichen Zustand, bieten preiswerten Wohnraum und sich durchaus erhaltenswert. (...) Der Kieler Mieterverein ist strikt gegen einen Abriss dieser Häuser, zumal das Angebot an preiswerten Wohnungen rapide schwindet. (...)

Die betroffene Bewohnerschaft und der Kieler Mieterverein haben daher die dringende Bitte an Sie, mit den dieser Stadt zur Verfügung stehenden Instrumentarien einem Abriss vorzubeugen und das Ensemble nach Möglichkeit so zu erhalten, wie es ist, zumal es auch baulich wohl eine Besonderheit darstellt, die allerdings durch die neueren Fassaden verwischt worden ist.

Wir regen in diesem Zusammenhang an, die Möglichkeit zu prüfen, eine Milieu-Schutzsatzung nach § 172 Baugesetzbuch zu erlassen (...)

Bitte bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch, dass diese Stadt erhebliche Mittel aufwendet, um für eine Verbesserung der sozialen

 

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